US-Sanktionen gegen chinesische Raffinerien und ihre Auswirkungen

US-Sanktionen gegen chinesische Raffinerien und ihre Auswirkungen


Die US-Finanzministerie setzte am 24. April 2026 die Hengli Petrochemical-Raffinerie im chinesischen Dalian auf die Sanktionsliste, was zugleich rund 40 Reedereien und Tanker betraf. Das Unternehmen wurde als „einen der wertvollsten Kunden Teherans“ bezeichnet, da es seit 2023 mehr als fünf Millionen Barrel iranisches Rohöl von Schiffen der Schattenflotte erhalten hatte und damit hunderte Millionen Dollar für das iranische Militär generiert hatte.

Vier weitere chinesische Teapot-Raffinerien wurden bereits im Jahr zuvor unter „Operation Economic Fury“ getroffen. Vier Tage später, am 28. April, verabschiedete sich OFAC mit einem Compliance-Memorandum an alle Banken weltweit, dass Geschäftsabläufe mit den chinesischen Teapot-Raffinerien Sekundärsanktionen riskieren würden – nicht nur die fünf bisher gelisteten Häuser, sondern auch andere Teapots, die iranisches Öl importieren könnten.

Chinas Handelsministerium antwortete am 2. Mai und aktivierte das Instrument der „Blocking Rules“, wobei US-Sanktionen gegen Hengli und vier weitere Teapots in China nicht anerkannt, vollzogen oder befolgt werden dürfen. Dies markiert eine Verschiebung in der Logik des Rohstoffkonflikts zwischen Washington und Peking.

Es geht nicht mehr nur darum, ob China genug Rohöl aus dem Nahen Osten beziehen kann, nachdem die USA und Israel am 28. Februar Iran angegriffen und die Straße von Hormuz zur Konfliktzone gemacht haben. Stattdessen geht es um die Frage, ob die Wege, auf denen China Rohstoffe ersetzt, selbst zur Hebelfläche werden können.

Der Mengenrahmen zeigt, dass der Nahen Osten für China 2025 eine wichtige Importregion war: China importierte im vergangenen Jahr rund 642 Millionen Tonnen Rohöl, Raffinerieprodukte, LNG und LPG, davon kamen 317 Millionen Tonnen aus dem Nahen Osten – fast die Hälfte. Beim Rohöl summierten sich die offiziellen Lieferungen aus Saudi-Arabien, Irak, VAE, Oman, Kuwait und Qatar auf 42 Prozent der chinesischen Importe; iranisches Öl kam mit weiteren rund 12 Prozent hinzu – gewöhnlich umetikettiert als „malaysisch“.

Insgesamt transitierten 2025 rund 5,4 Millionen Barrel pro Tag chinesisches Rohöl durch die Straße von Hormuz, etwa die Hälfte aller Auslandsbezüge. Goldman Sachs schätzt zum 1. Mai, dass die Hormuz-Exporte insgesamt auf rund vier Prozent ihres Normalniveaus gefallen seien.

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