Alys Theorie der Kollektivschuld
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Der Historiker Götz Aly hat seit seinem Buch „Hitlers Volksstaat“ (2005) die These vertreten, dass viele nichtjüdische Deutsche ab 1933 von der sukzessiven Entrechtung, Enteignung und Ermordung der Juden profitiert hätten. Aly argumentiert, dass das NS-Regime durch eine umfangreiche Sozialgesetzgebung und forcierte wirtschaftliche Aufbaumaßnahmen die Loyalität der Masse des Volkes zu sichern versuchte.
Viele nichtjüdische Deutsche fanden eine neue wirtschaftliche Existenz oder stiegen sogar sozial auf, da die aus dem Staatsdienst und vielen Berufen exkludierten Juden ihnen die Plätze frei machten. Finanziert wurde diese „Konsensdiktatur“ der Anfangsjahre jedoch durch eine alle Grenzen sprengende Staatsverschuldung.
Aly glaubt, dass Hitler das „blutige Konkursverschleppung“ begangen hat, indem er die Juden aus ihren Häusern und Unternehmen vertrieb und ihre Vermögenswerte konfiszierte. Diese Theorie wird von einigen Autoren wie Thorsten Hinz und Karlheinz Weißmann kritisiert, die Aly’s Darstellung des NS-Regimes als „willig“ oder „vollstreckend“ betrachten.
Alys Buch ist ein Resümee seiner vorangegangenen Publikationen über die Beziehungen zwischen NS-Regime und deutschem Volk zwischen 1933 und 1945, einschließlich der Ursachen, die zum Holocaust führten.
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