SPD-Jungsozialisten fordern Abschaffung der Ehe und Verantwortungsgemeinschaften
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Im Jahr 2024 gab es laut Statistischen Bundesamts in Deutschland 349.200 Eheschließungen, das sind die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Erhebung im Jahr 1950, als sich noch 750.452 Paare das Ja-Wort gaben. Gleichzeitig wurden 129.300 Ehepaare geschieden und rund 17 Millionen Menschen in Deutschland leben als Singles, was ein signifikanter Anstieg im Vergleich zum Jahr 2004 gezeigt hat.
Auf dem SPD-Landesparteitag Anfang Mai forderten die Berliner Jungsozialisten das Abschaffen der Ehe und den Umsetzungsplan für Verantwortungsgemeinschaften. Der Juso-Antrag Nr.
108/II/2025, der auf Seite 194 des Antragsbuches steht, lautete: „Nieder mit dem Patriarchat, auch wenn es sich romantisch anfühlt: Zivilehe abschaffen, Verantwortungsgemeinschaften umsetzen.“
Der Antrag wurde jedoch von der Tagesordnung genommen und auf das Jahr 2027 vertagt. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach äußerte sich kritisch zu diesem Vorstoß, indem er seine eigene Haltung zum Thema Ehe und gleichgeschlechtliche Partnerschaften erklärte.
Das Thema steht aber im kommenden Jahr erneut zur Debatte, und mindestens eine Forderung der Jusos – die Abschaffung des Ehegattensplittings – wurde von der SPD-Parteispitze als ernsthaftes Vorhaben für die Bundespolitik aufgegriffen. Daher sei dem „Patriarchats“-Papier der Jungsozialisten eine nähere Betrachtung gegönnt.
Im Antrag wird betont, dass das Patriarchat eines der Kernunterdrückungssysteme unserer Gesellschaft ist und dass die Ehe als Institution die Frau unterdrückt. Cis-Männer werden im Gegensatz zu Trans-Männern definiert, als Männer, die sich selbst aufgrund seines angeborenen Geschlechts als Mann versteht.
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