IM-Lichtblick: Der Vatikan-Spion Eugen Brammertz

IM-Lichtblick: Der Vatikan-Spion Eugen Brammertz


Der Historiker Michael Feldkamp stellt am Dienstagabend in der Berliner Gedenkbibliothek vor, dass der ehemalige Benediktiner Eugen Brammertz, der von 1974 bis zu seinem Tod 1987 für die DDR die Oberhirten der katholischen Kirche ausspionierte, ein wichtiger „Lichtblick“ in der Geschichte des Vatikan darstellt. Brammertz, der 1915 in Aachen geboren wurde und aus einfachen Verhältnissen stammte, trat 1928 ins Kloster St.

Matthias in Trier ein und wurde später von der Stasi als Informant eingesetzt. Seine sozialistische Haltung war frühzeitig erkennbar, und er hatte möglicherweise auch Kontakte zu den Russen gehabt.

Feldkamp ironisiert, dass das Wort „geheim“ im Fall Brammertz unbedingt vorkommen muss, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Entdeckung von Brammertz‘ Spionage wurde erst 1998 nach dem Mord am Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde, Alois Estermann, bekannt.

Der Ex-Chef der Stasi-Auslandsabteilung, Markus Wolf, bestätigte später, dass Brammertz tatsächlich ein Informant war, und nicht ein Wissenschaftler wie zunächst angegeben. Feldkamp‘ Präsentation in der Gedenkbibliothek wurde von mehr als 80 Gästen besucht, darunter Zeitzeugen, Geschichtsinteressierte und vereinzelt Priester.

Die Präsentation bietet einen neuen Einblick in die Geschichte des Vatikan und die Rolle von Eugen Brammertz als Informant der Stasi. Feldkamp‘ ironische Bemerkung über das Wort „geheim“ unterstreicht die Bedeutung von Geheimnissen im Fall Brammertz.

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