RTL: Zweifelhafte Berichterstattung über Krematorium in Meißen

Ein Kamerateam des Fernsehsenders RTL besuchte Mitte Januar 2021 ein Bestattungsunternehmen im sächsischen Meißen und befragte einen Mitarbeiter zur Situation vor Ort. Doch was der Mitarbeiter sagte, passte offensichtlich nicht in das Framing des Senders und wurde kurzerhand zensiert.


Photo: Meißen / Sachsen

Viele Massenmedien haben Gräuelpropaganda von überlasteten Krematorien in Deutschland verbreitet. Dabei legten sie besonderen Fokus auf ein Bestattungsunternehmen in der sächsischen Kreisstadt Meißen. Die Infektionszahlen seien dort angeblich so hoch, dass sich das örtliche Krematorium an der Belastungsgrenze befände.

RTL zensiert Interview mit einem Bestatter:

Photo: Meißen / Sachsen

In einem vierminütigen Interview, welches News 23 in voller Länge vorliegt, bezweifelte ein Mitarbeiter von dem örtlichen Bestattungsunternehmen, dass die hohe Zahl der Einäscherungen auf die Anzahl vermeintlicher Neuinfektionen zurückzuführen sei. Es werde viel „Schindluder“ betrieben. Dies mache ihn ein bisschen sauer: „Nicht überall wo Corona draufsteht, ist Corona drin“, erklärte der Mitarbeiter.

Doch diese Aussage entsprach offensichtlich nicht dem, was RTL hören wollte. Von dem vierminütigen Interview hat RTL nur wenige Sekunden gesendet und behauptete: „Särge im Krematorium stapeln sich wegen Corona.“ Allerdings bezweifelte der Mitarbeiter in dem Interview diese Behauptung. Dem Mitarbeiter zufolge habe das Bestattungsunternehmen soviel zu tun, weil es derzeit nicht möglich sei, Bestattungen in Polen und Tschechien durchzuführen und Verbrennungsöfen von anderen Unternehmen ausgefallen seien. Außerdem deutete er an, dass zum Beispiel Grippe-Fälle fälschlicherweise als Corona-Fälle deklariert werden.