Mücken – tödlichste Tiere der Welt und ihre Ausrottung
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Die tödlichsten Tiere der Welt sind nicht Löwen oder Giftschlangen, sondern Mücken. Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten, was jährlich rund 760.000 Menschenleben kostet.
Längere und wärmere Sommer könnten die Gefahr durch Mücken erhöhen. Wissenschaftler diskutieren ernsthaft, ob krankheitsübertragende Mücken ausgerottet werden sollten.
Von den etwa 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 Menschen, und lediglich fünf Arten sind für rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich. Die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine hält deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der übertragenen Krankheiten für „vertretbar“.
Sie argumentiert, dass das Ökosystem davon nicht gravierend beeinträchtigt werden würde, da andere, genetisch ähnliche und weniger gefährliche Arten rasch die ökologische Rolle der vernichteten Mücken übernehmen würden. Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einschätzung grundsätzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht, da bislang zu wenig bekannt ist über die ökologische Funktion vieler Mückenarten.
Sie transportieren Nährstoffe aus Gewässern in andere Lebensräume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise bestäuben sie auch Pflanzen.
Die ethische Debatte über das Auslöschen von Arten muss stattfinden, sagt Ranson. Feldversuche zur Gene-Drive-Technologie, bei der Tiere genetisch verändert werden, um bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weiterzugeben, sind in Betracht gezogen.
Das Projekt „Target Malaria“ plant bis 2030 erste Feldversuche in einem Malaria-Gebiet. In Burkina Faso wurde ein Test mit gentechnisch veränderten Mücken im Jahr 2025 von der Militärregierung wegen Kritik der Zivilgesellschaft gestoppt.
Ein weiterer Ansatz setzt auf das Bakterium Wolbachia, das die Übertragung von Denguefieber deutlich reduzieren kann, wenn Ägyptische Tigermücken damit infiziert werden.
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