easyJet könnte von US-Investoren Castlelake übernommen werden – Hürden durch EU-Regeln
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Der britische Billigflieger easyJet steht möglicherweise vor einer Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Castlelake, wie bekannt wurde. Castlelake bestätigte, dass sie über ein Kaufgebot nachdenke, während easyJet darauf pochte, möglichst gute Konditionen für ihre Aktionäre zu gewährleisten.
Die Aktie stieg zeitweise um elf Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang März in London. Experten sehen jedoch in den Eigentumsregeln für Airlines mit Flugbetrieb in der EU eine große Hürde, da sie verhindern könnten, dass Castlelake einen Mehrheitsanteil übernimmt und gleichzeitig die Rechte für Flüge innerhalb der EU behält.
Grenzüberschreitende Übernahmen im Airline-Sektor sind wegen rechtlicher Hürden schwierig. Start-, Lande- und Überflugrechte sind in der Regel daran gebunden, aus welchen Ländern die Eigentümer der Fluggesellschaft stammen und wer die Kontrolle über das Unternehmen ausübt.
Innerhalb der EU und seit dem Brexit auch innerhalb der EU und Großbritanniens sind die Regeln zwar lockerer. Doch bei einer Übernahme durch einen US-Investor könnte easyJet wichtige Rechte für den Betrieb innerhalb der EU verlieren.
Airlines müssen mehrheitlich im Besitz und unter der Kontrolle von EU-Bürgern sein, um die Betriebslizenz in der Region zu erhalten. Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan schreibt: „Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an easyJet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten.“ Allerdings seien alternative Strukturen für einen Deal denkbar.
Zudem halte easyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou etwa 15 Prozent der easyJet-Aktien und erhalte jährlich Lizenzzahlungen für die Markenrechte. Derzeit belasten die Unsicherheit durch den Iran-Krieg und die extrem gestiegenen Kerosinpreise Fluggesellschaften, wie auch bei easyJet deutlich spürbar.
Im April gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung ab, und der Unternehmenschef Kenton Jarvis wagte im Mai keine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Last-Minute-Buchungen seien jedoch weiterhin stark, und das Management hat den Preis für die billigsten Tickets erhöht.
Zudem setzt es bei den hauseigenen Kosten den Rotstift an.
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