Kleinunternehmer in Deutschland vermeiden externe Finanzierung

Kleinunternehmer in Deutschland vermeiden externe Finanzierung


Eine Studie des Finanzdienstleisters Qonto, die im Frühjahr 2026 durchgeführt wurde und knapp 1.700 Firmeninhaber in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien befragte, zeigte, dass Kleinunternehmer lieber den eigenen Lebensstandard reduzieren, um ihre Unternehmen am Laufen zu halten, als sich an externe Finanzierung zu wenden. Fast die Hälfte der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten das eigene Gehalt gekürzt oder komplett ausgesetzt.

Deutschland lag hierbei im Durchschnitt, während Gründer von neuen Unternehmen in der ersten Phase besonders stark betroffen waren – mit einem Anteil von 71 Prozent. In Deutschland und Spanien sind 50 Prozent der befragten Unternehmen noch nie auf externe Finanzierung zurückgegriffen.

In Frankreich ist dieser Wert am höchsten, bei 41 Prozent. Die Finanzierungslücke wird nicht nur durch mangelnde Angebote erklärt, sondern hat tiefgreifende kulturelle und psychologische Ursachen: Schulden werden oft mit Scham verbunden und gelten als Makel.

36 Prozent der Kleinunternehmer sehen die Aufnahme von Fremdkapital als Zeichen für schlechte finanzielle Unternehmensführung. In Deutschland beträgt dieser Wert 27 Prozent, in Frankreich ist er mit 41 Prozent am höchsten.

Die Angst vor Kontrollverlust spielt eine wesentliche Rolle: Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) fürchtet, durch externe Geldgeber in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt zu werden. Hinter dieser Vermeidung von Krediten steckt ein starkes Unabhängigkeitsstreben.

77 Prozent der Unternehmer sind stolz darauf, ihr Unternehmen gänzlich ohne Hilfe von außen zu führen. In Deutschland gibt es den höchsten Wert mit 62 Prozent, die klarmachen, dass sie keinen Bedarf für Kredite sehen – ein Wert, der im Vergleich zu den anderen vier EU-Ländern am höchsten ist.

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