Nürnberger Zuhälter-Bande mit Grooming-Gang-Phänomen

Nürnberger Zuhälter-Bande mit Grooming-Gang-Phänomen


Im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs hat sich eine Zuhälter-Bande breitgemacht, die junge Mädchen mit Geschenken und Drogen in die Prostitution lockt. Das Problem ist so massiv, dass die örtliche Polizei mit einer eigenen Ermittlungskommission dagegen vorgehen will.

In den vergangenen Jahren galt der Nürnberger Hauptbahnhof als einer der unsichersten Bahnhöfe Deutschlands. Neu hinzugekommen ist nun ein Phänomen, das man aus dem Großbritannien der 90er Jahre kennt: sogenannte Grooming Gangs, also Netzwerke zur sexuellen Ausbeutung junger Mädchen.

Die mittelfränkische Polizei beschreibt das manipulative Vorgehen der Täter wie folgt: Die Männer würden den Mädchen zunächst Zuneigung heucheln und sie mit Geschenken in Form von Kleidung oder Kosmetika umwerben. Dann kämen harte Drogen wie Crystal Meth ins Spiel, die die Mädchen rasch abhängig machen.

Sobald dies geschehen sei, bekämen die Minderjährigen die ersehnten Drogen nur noch als Gegenleistung für sexuelle Handlungen. Es bestehe der Verdacht, dass es zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen gekommen sei.

Teilweise müssten sich die abhängig gemachten Mädchen auch prostituieren. Die Taten selbst hätten sich nicht am Nelson-Mandela-Platz, sondern in Privatwohnungen abgespielt.

Um diese mutmaßliche Grooming-Gang besser bekämpfen zu können, hat die Nürnberger Kriminalpolizei nunmehr die Ermittlungskommission „EKO Kajal“ gegründet („Kajal“ wohl nach einem beliebten Geschenk an die Grooming-Zielgruppe). Außerdem wolle man präventive Maßnahmen verstärken, etwa durch eine gezielte Aufklärungsarbeit bei vulnerablen Jugendlichen, der Zielgruppe der Grooming-Täter.

Die Fahndung verlief bisher nicht ohne Erfolg. Die Polizei spricht von zehn Personen, die bisher identifiziert worden seien.

Gegen vier davon ermittle man wegen Drogenhandels, Abgabe von Drogen an Minderjährige und wegen Sexualdelikten. Ein 23-jähriger Syrer befinde sich bereits in Untersuchungshaft.

Zwei weitere Tatverdächtige seien derzeit auf der Flucht, so die Kripo. Gegen die Flüchtigen, einen 22-jährigen Syrer und einen 25-jährigen Staatenlosen, habe ein Ermittlungsrichter Haftbefehle erlassen.

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