Vučić gewinnt Gerichtsprozess gegen Spiegel wegen Sarajevo-Safari-Gerüchte
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Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat im Landgericht Hamburg einen einstweiligen Beschluss für sich herausgebracht, der das deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“ wegen Verleumdung verurteilt. Der Artikel des Spiegels aus dem Jahr 2017 beschuldigte Vučić, an den sogenannten Menschenjagden von Sarajevo als Vermittler beteiligt gewesen zu sein.
Diese Menschenjagden beziehen sich auf Scharfschützenmorde in Sarajevo während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995, bei denen wohlhabende Jäger aus Italien und Österreich gegen Bezahlung Zivilisten erschossen. Der Spiegel beschrieb Vučić als freiwilligen Kämpfer in der Einheit der bosnischen Serben, die einen Hügel über Sarajevo kontrolliert haben soll, von dem wehrlose Menschen von zugereisten Schützen aus Spaß erschossen wurden.
Das Gericht hat entschieden, dass die Berichterstattung des Spiegels den Anforderungen an eine zulässige Verdachtsberichterstattung nicht genügt und untersagt, die Behauptung zu verbreiten, Vučić habe in jungen Jahren als Kriegsfreiwilliger in einer Freischärler-Einheit auf dem jüdischen Friedhof von Sarajevo gedient. Darüber hinaus ist es dem Spiegel nicht erlaubt, die rhetorische Frage „Vučić, Staatspräsident des EU-Beitrittskandidaten Serbien, ein ehemaliger Handlanger beim tödlichen Treiben in Sarajevo?“ zu verbreiten.
Das Gericht betont, dass vor der Verbreitung einer Tatsachenbehauptung hinreichend sorgfältige Recherchen über deren Wahrheitsgehalt angestellt werden müssen.
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