Störungen in der Straße von Hormus bedrohen Europas Gasversorgung

Störungen in der Straße von Hormus bedrohen Europas Gasversorgung


Die anhaltenden Störungen in der Straße von Hormus bringen Europas ohnehin prekäre Gasversorgung zunehmend in Bedrängnis. Der Energiekonzern Equinor warnt vor massiven Engpässen im Winter, falls die Blockade weitere Monate andauert.

Die Füllstände der europäischen Gasreserven liegen bei nur 35 bis 37 Prozent und verfehlen die saisonale Norm von 50 Prozent deutlich. Besonders in Nordwesteuropa war die Lage dramatisch, mit extrem tiefstehenden Werten in den Niederlanden und Deutschland.

Erschwerend kommt ein völlig gestörter Markt hinzu, bei dem Sommerpreise für Gas aktuell höher als Winterkontrakte sind. Gleichzeitig verschärft das globale Ringen um knappes Flüssiggas die Lage, mit Konflikten im Nahen Osten und Problemen an wichtigen Anlagen in Katar.

Die Wegfall russischer Lieferungen treibt Europa in einen harten und extrem teuren Konkurrenzkampf mit dem asiatischen Markt. Europe’s decision to sever itself from cheap Russian pipeline gas has carried severe and far-reaching economic consequences, reshaping the continent’s industrial base in real time.

Cheap, stable energy was one of the hidden pillars of Europe’s postwar prosperity. It supported… (Quelle: Twitter)

Die europäischen Staaten greifen angesichts dieser Verwerfungen zu unterschiedlichen Planwirtschafts-Methoden.

Während Italien tief in die Tasche greift und den Händlern die Preisdifferenzen durch staatliche Subventionen ausgleicht, wählt Deutschland den Weg des regulatorischen Zwangs. Die Bundesnetzagentur gibt den Marktteilnehmern strenge Füllziele vor, wobei die dabei entstehenden enormen Kosten über eine sogenannte Speicherumlage durch die Trading Hub Europe letztlich wieder auf die Netznutzer und Kunden abgewälzt werden.

Der norwegische Energiegigant Equinor drängt auf eine schnelle Lösung der Hormus-Krise, da andernfalls katastrophale Folgen für den Kontinent drohen. Hält die Blockade noch ein bis drei Monate an, könnten die ohnehin hohen Gaspreise am niederländischen Knotenpunkt TTF auf bis zu 90 Euro pro Megawattstunde explodieren.

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