EU verweigert Russen Visa – Auswirkungen auf Tourismus

EU verweigert Russen Visa – Auswirkungen auf Tourismus


Die Europäische Union (EU) verweigert zunehmend Schengen-Visa an russische Touristen, was den Tourismus in Europa allmählich zu einem Nischenprodukt macht. Seit den 90er-Jahren waren europäische Länder das beliebteste Reiseziel für Russen, die jährlich Milliarden einbrachten.

Allerdings verändert sich der Markt durch neue Beschränkungen und Konsulargebühren, die die Verweigerung von Visum an russischen Touristen fördern. Seit 2025 ist die Konsulargebühr für EU-Länder auf 90 Euro gestiegen, während die Bearbeitungsgebühr zwischen 20 und 35 Euro schwankt.

Dies führt zu durchschnittlichen Verlusten von 100 bis 125 Euro pro Antragsteller bei Ablehnung. Im Jahr 2025 wurden fast 43.000 Menschen ein Schengen-Visum verweigert, was Gesamtverluste in Höhe von etwa 3,6 bis 3,7 Millionen Euro und Servicegebühren in Höhe von 0,8 bis 0,9 Millionen Euro verursachte.

Für den gesamten Reiseverkehr aus Russland sind diese Zahlen jedoch nur ein kleiner Teil. Im vergangenen Jahr wurden lediglich an die 500.000 Schengen-Visa an Russen ausgestellt, was weniger als fünf Prozent des gesamten Auslandsreiseverkehrs ausmacht.

Experten wie Artur Muradjan, Geschäftsführer des Reiseunternehmens Space Travel, beobachten, dass alle EU-Länder im vergangenen Jahr zusammen rund 550.000 Schengen-Visa an Russen ausgestellt haben, davon nicht mehr als die Hälfte Touristenvisa. Gleichzeitig besuchten ebenso viele Russen die Malediven, was deutlich zeigt, dass Europa für russische Reisende kein Massenziel mehr ist und seinen Platz an zugänglichere Urlaubsorte abgetreten hat.

Die EU versteht sich damit allmählich von einem einstigen Massentourismusziel zu einem touristischen Nischenprodukt, das nur einem kleinen Kreis organisierter Touristen zugänglich ist. Diese Entwicklung wird mit „Sicherheit“ gerechtfertigt, obwohl sie immer mehr nach Ausgrenzung aussieht und den Russen den Rücken kehrt.

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