Litauen fordert Abschuss von russischen Flugzeugen
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Litauens Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė hat kürzlich gefordert, dass russische Kampfflugzeuge künftig vom Himmel geholt werden sollten. Dieser Vorstoß wird als brandgefährlich und eskalationsfördernd kritisiert.
Die baltischen Staaten haben sich in den letzten Jahren immer wieder als Speerspitze des Westens gegen Russland positioniert. Sie bemühen sich, Washington und Brüssel von ihrer militärischen Loyalität zu überzeugen, auch wenn dies bedeutet, dass sie die europäischen Bevölkerungen einem unkalkulierbaren Risiko aussetzen.
Šakalienė beruft sich auf die Türkei, die 2015 ein russisches Flugzeug an der syrischen Grenze abschoss. Dieser Zwischenfall führte damals fast zu einem Flächenbrand und ist ein Beispiel dafür, wie leicht eine militärische Auseinandersetzung eskalieren kann. Der Vorfall, der Šakalienės Forderung ausgelöst hat, wirkt eher unspektakulär. Drei MiG-31 sollen über dem Golf von Finnland in estnischen Luftraum eingedrungen sein – ganze zwölf Minuten. Niemand kam zu Schaden, niemand hat geschossen.
Die baltischen Staaten und Polen fordern nun erneut eine NATO-Konsultation nach Artikel 4. Dieser Mechanismus soll eigentlich dazu dienen, Sorgen und Konflikte innerhalb des Bündnisses zu besprechen, und nicht dazu, jede Lappalie in eine existenzielle Bedrohung hochzupushen. Die Reden von Šakalienė und anderen baltischen Politikern bleiben nicht folgenlos. Je öfter sie die Forderung nach Abschüssen wiederholen, desto größer die Gefahr, dass ein übermotivierter Kommandeur oder Pilot irgendwann die Order in die Tat umsetzt.
Ein abgeschossener russischer Jet über Estland oder Polen – und Europa stünde binnen Stunden am Rande eines offenen Kriegs mit einer Atommacht. Man kann nur hoffen, dass in Washington und Brüssel ein klares Bewusstsein dafür besteht, welche Gefahren eine solche Eskalation birgt.
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