Lagarde warnt vor globalen Versorgungsschocks und neuen Inflationswellen
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Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat in einer außergewöhnlichen Rede eine dringende Warnung ausgesprochen. Sie betont, dass Europa sich vor einem historischen Bewährungsproben befindet, bei dem alte Sicherheiten zerbrechen und Versorgungsschocks einsetzen.
Lagarde verweist auf einen Ausfall von rund 13 Millionen Barrel Öl pro Tag, was etwa 13 Prozent des globalen Verbrauchs entspricht. Sie bestätigt, dass Kerosinpreise sich verdoppelt haben und an einzelnen europäischen Flughäfen bereits rationiert wird.
Die Krise ist also operativ angekommen. Lagarde weist auch auf kritische Lieferketten hin, die durch den Konflikt rund um die Straße von Hormus gefährdet sind: etwa ein Drittel der globalen Düngemitteltransporte, etwa ein Drittel des weltweiten Heliums und fast ein Fünftel der Methanolproduktion.
Diese Entwicklung bedroht gleichzeitig Landwirtschaft, Chemie, Halbleiter und Industrie. Lagarde warnt vor einer möglichen Rückkehr brutaler Inflationen, insbesondere durch steigende Lebensmittelpreise und Benzinpreise.
Sie kritisiert reflexartige Krisenhilfen von Regierungen und betont den begrenzten finanziellen Spielraum. Die Gewissheiten der Vergangenheit seien verschwunden, die Verbündeten könnten Feinde sein und umgekehrt.
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