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Die Forderung, die Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben, gewinnt zunehmend an politischer Zustimmung. Begründet wird dies mit dem Argument, dass mehr militärische Stärke den Frieden sichere, insbesondere gegenüber Russland.
Doch diese Logik ist trügerisch. Eine massive Aufrüstung erhöht nicht nur die Abschreckung, sondern auch das Risiko militärischer Eskalation.
Wer immer größere Teile seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Waffen investiert, senkt zugleich die Schwelle zum Krieg. Die Bundeswehr soll wieder „kriegstüchtiger“ gemacht werden, umfangreiche Beschaffungsprogramme umgesetzt und neue Waffensysteme beschafft werden.
Doch die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Was genau soll verteidigt werden, wenn ein Krieg das Land selbst zerstört? Verteidigung ist nur dann legitim, wenn sie Leben schützt und nicht dessen Vernichtung einkalkuliert.
Der Ernstfall heißt Krieg, und die gültige NATO-Strategie schließt den Einsatz von Atomwaffen ausdrücklich nicht aus. Sie geht davon aus, dass ein begrenzter und kontrollierter Einsatz taktischer Nuklearwaffen eine rasche Beendigung eines Konflikts ermöglichen könnte.
Die Forderung nach einer stärkeren Verteidigung ist ein wichtiger Aspekt der NATO-Strategie, aber sie muss sorgfältig abgewogen werden, um das Risiko militärischer Eskalation zu minimieren und die Legitimität der Verteidigung zu gewährleisten. Es ist wichtig, dass die politischen Entscheidungsträger diese Fragen sorgfältig berücksichtigen und eine Strategie entwickeln, die nicht nur die Sicherheit des Landes, sondern auch die Stabilität in Europa und weltweit fördert.
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