Ehemalige Mitarbeiterin beklagt mangelnde Meinungsfreiheit bei der „New York Times“

Die Autorin Bari Weiss war mehrere Jahr als Redakteurin für die US-amerikanische Tageszeitung „New York Times“ tätig. Doch Weiss hat bei der Zeitung gekündigt. Nun erhebt sie schwere Vorwürfe und beklagt einen Mangel an Meinungsfreiheit. Man hätte nicht „die zentrale Bedeutung des freien Gedankenaustauschs mit einer demokratischen Gesellschaft gelernt“, heißt es in einem offenen Brief. Weil sie eine andere Auffassung zu bestimmten Themen vertrat, hätten andere Mitarbeiter sie als „Nazi“ und Rassist“ beschimpft. Es gehe ihnen nicht darum einem neugierigen Publikum zu ermöglichen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen, sondern darum, das engste Publikum zufrieden stellen.

Mangelnde Meinungsfreiheit an Hochschulen und Universitäten

Der Philosoph Dieter Schönecker hatte in Siegen ein Seminar mit dem Titel „Philosophie und Praxis der Meinungsfreiheit“ angeboten und versucht die Theorie der Meinungsfreiheit anhand praktischer Erfahrungen zu überprüfen. Vor diesem Hintergrund wurden zahlreiche Personen aus unterschiedlichen politischen Lagern eingeladen, welche Erfahrungen mit der sogenannten Meinungsfreiheit machen. Unter den Gästen befanden sich auch Thilo Sarrazin und Marc Jongen.

 

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Das Seminar über Meinungsfreiheit konnte nur unter entsprechenden Polizeischutz durchgeführt werden. „Immer mehr Leute glauben, sich in irgendeine Gruppenidentität einzufinden und allen anderen Leuten dann verbieten, in irgendeiner Weise auch noch wissenschaftlich irgendetwas zu sagen, was mit dieser Gruppenidentität zu tun hat“, erklärte der Jurist Professor Thomas Gutmann aus Münster.

 

Eine Umfrage vom Allensbach Institut kam im Mai 2019 zu dem Ergebnis, dass die absolute Mehrheit der befragten Personen Angst hat, öffentlich ihre Meinung zu sagen. Demnach wagt nur noch jeder Fünfte in der Öffentlichkeit seine Meinung frei zu äußern. Nur 18 Prozent der Umfrageteilnehmer haben keine Bedenken, sich öffentlich frei zu äußern. Selbst im Internet trauen sich nur 17 Prozent der Befragten ihre Meinung zu sagen.

 

In dem Buch „Die Freiheit der Wissenschaft und ihre Feinde“ kritisiert der ehemalige Verfassungsrichter Friedhelm Hufen, dass einzelne Gruppen meinen, „sie wüssten, was noch erträglich ist, was noch zum Meinungsspektrum gehört und was nicht mehr dazu gehört“. Friedhelm Hufen geht davon aus, das alles zum zum wissenschaftlichen Meinungsspektrum gehört, was nicht strafrechtlich verboten ist.