SPD-Politiker drängt auf Debatte zur Wiedereinführung der Wehrpflicht

Der SPD-Sicherheitsexperte Wolfgang Hellmich forderte gegenüber der Rheinischen Post eine Debatte zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wenige Tage zuvor kündigte die Bundesregierung an, 100 Milliarden Euro in die Aufrüstung der Bundeswehr zu investieren. Scheinbar sollen die deutschen Streitkräfte kampfbereit gemacht werden.


Photo: CC0 / Pixabay.com / planet_fox

Frisches Blut für die Bundeswehr:

Im Jahr 2011 wurde die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Seitdem hat es die Bundeswehr schwerer, Männer und Frauen für den Dienst zu gewinnen. Doch dies könnte sich bald ändern. Wolfgang Hellmich, Sicherheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, drängte in einem Gespräch mit der Rheinischen Post auf eine Debatte zur Wiedereinführung der Wehrpflicht.

„Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Truppe gut auszurüsten und Strukturen zu verbessern, damit sie jederzeit einsatzfähig ist“, zitierte T-Online den SPD-Politiker. Angeblich gehe es ihm nicht um eine Mobilmachung der Bundeswehr, sondern um Bündnisfähigkeit. Doch in Anbetracht des Ukraine-Krieges muss davon ausgegangen werden, dass die Bundeswehr auf mögliche Kampfeinsätze vorbereitet werden soll und dringend mehr Personal benötigt. Vor diesem Hintergrund stellte die Bundesregierung Anfang Februar 100 Milliarden Euro für die Streitkräfte bereit.

Da das Wort Wehrpflicht auf viele Menschen etwas abschreckend wirkt, ist nun von einer sogenannten Dienstpflicht die Rede, welche künftig eingeführt werden soll. Zumindest wird dies von Politikern aus unterschiedlichen Parteien gefordert. Den „Ausbau des Bundesfreiwilligendiensts zu einem allgemeinen Dienst in der Bundeswehr und anderen Blaulichtorganisationen“, schlug beispielsweise der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Johann Wadephul (CDU) vor. Junge Menschen sollen Wadephul zufolge mit finanziellen Anreizen und Vorteilen wie das Ansammeln von Rentenpunkten oder ein erleichterter Zugang zu Studien- oder Ausbildungsplätzen gelockt werden.