Putin erklärt, warum Multikulturalismus in Europa gescheitert ist

In einer Pressekonferenz zum Jahresausklang erklärte der russische Präsident Wladimir Putin, warum der Multikulturalismus in Europa gescheitert ist und in Russland gewissermaßen funktioniert.


Photo: Russland / Nowo-Ogarjowo

Multikulturalismus ist der Oberbegriff für eine Reihe sozialphilosophischer Theorieansätze mit Handlungsimplikationen für die Gesellschaftspolitik eines Staates. In den letzten Jahren ist Multikulturalismus in Deutschland und Europa zu einer regelrechten Ideologie verkommen, die man, wenn es nach einigen Politikern geht, nicht infrage stellen darf.

Bundesregierung organisiert Zuwanderung im ganz großen Stil:

CC BY-SA 3.0 / wikimedia.org / Rainer Zenz

Zwischen 1961 und 1973 holte die deutsche Regierung ca. 867.000 Menschen aus der Türkei nach Deutschland. 1978 lag die Anzahl registrierter Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit bereits bei 1,2 Millionen. 1980 waren es schon 1,5 Millionen. Heute geht man davon aus, dass mehr als 3 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland leben. Allein im Jahr 2015 ließ die Bundesregierung im Zuge ihrer Zuwanderungspolitik weitere 2 Millionen Menschen einreisen. Inzwischen leben in Deutschland etwa 21 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund und ca. 10 Millionen Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Ein einzigartiges Bevölkerungsexperiment:

Der Politologe Yascha Mounk von der Havard University sagte in den Tagesthemen, dass man in Deutschland ein historisch einzigartiges Experiment wage, bei dem es darum gehe „eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln“ , erklärte der Politologe. Dabei käme es natürlich auch zu vielen Verwerfungen. Dies klingt, als wäre Deutschland eine Art Versuchslabor.

Der Unterschied zwischen Multikulturalismus in Russland und Europa:

Russland hat viele Jahrhunderte Erfahrung mit Multikulturalismus. Doch dieser Multikulturalismus unterscheidet sich grundlegend von dem Bevölkerungsexperiment in Deutschland und Europa. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte auf einer Pressekonferenz zum Jahresausklang warum der Multikulturalismus in Europa zum Scheitern verurteilt ist, aber der Multikulturalismus in Russland gewissermaßen funktioniert.

„Das Projekt des Multikulturalismus erlebte dort (in Europa) ein Fiasko, eine Niederlage, was viele, die zu diesem Projekt und seiner Umsetzung aufgerufen hatten, gestehen mussten“, zitierte RT Deutsch den russischen Präsidenten. Die Problematik der europäischen Migrationspolitik verdeutlichte Putin am Beispiel der muslimischen Zuwanderung. Die Muslime im Westen seien „in der Regel Einwanderer oder Menschen mit Migrationshintergrund der zweiten oder dritten Generation, während in Russland Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen leben, die hier zu Hause sind, d.h. keine andere Heimat haben“, sagte laut Unser-Mitteleuropa Putin auf der Pressekonferenz.

Hierin liegt der Hauptunterschied zwischen der Art und Weise, wie Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen in Russland leben, und der Art und Weise, wie wir sie in anderen europäischen Ländern sehen. Deshalb ist in Europa das multikulturelle Projekt gescheitert.

(Russlands Präsident, Wladimir Putin)