NATO will zusätzliche einsatzbereite Streitkräfte in Osteuropa stationieren

Während die Verteidigungsminister der NATO behaupten, nicht an den Kampfhandlungen in der Ukraine teilnehmen zu wollen, werden bereits entsprechende Streitkräfte in Osteuropa in Stellung gebracht.


Photo: CC BY-NC-ND 2.0 / Flickr.com / NATO

Wer Frieden will, schickt keine Panzer:

NATO-Vertreter versicherten mehrfach, dass sie nicht militärisch in den Ukraine-Krieg eingreifen werden. Doch während dessen finden umfangreiche Truppenbewegungen und Militärmanöver in ganz Europa statt. Der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte nach einem Sondertreffen der Verteidigungsminister in Brüssel, man benötige „erheblich mehr Truppen im östlichen Teil der Allianz mit höherer Bereitschaft“. Doch wozu werden mehr Truppen und eine erhöhte Alarmbereitschaft benötigt, wenn man nicht vorhat, sich an den Kampfhandlungen in der Ukraine zu beteiligen? Dass Russland ein NATO-Land angreift, ohne dazu provoziert zu werden, ist derzeit eher unwahrscheinlich.

„Die Verbündeten sind sich einig, dass die NATO keine Land- oder Luftstreitkräfte in die Ukraine entsenden sollte“, zitierte N-TV den NATO-Generalsekretär. Aber bei der Entsendung von umfangreichen Streitkräften nach Osteuropa sind sie sich scheinbar sehr wohl einig. Bereits am 24. Februar hat das Bundesministerium der Verteidigung „nationale Alarmmaßnahmen“ ausgelöst. Die Bundeswehr sei vorbereitet und erhöhe derzeit weiter ihre Bereitschaft, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung. Demnach müsse die Bevölkerung mit mehr militärische Bewegungen im öffentlichen Raum rechnen. Es könne auch zu Einschränkungen im Verkehrsbereich kommt, da Transportkapazitäten zu Lande, zu Wasser und in der Luft für militärische Zwecke vorgehalten werden müssen.

Würde die NATO einen Kampfeinsatz gegen Russland vorbereiten, wäre es absolut unwahrscheinlich, dass sie dies öffentlich ankündigen würde, solange die Vorbereitungen laufen. Den russischen Soldaten erzählt man auch, bevor die Militäroffensive begann, dass sie an einer Übung teilnehmen würden. Nach Stoltenbergs Angaben beauftragten 30 NATO-Staaten die Militärführung unter US-General Tod Wolters mit der Ausarbeitung konkreter Pläne für die Stationierung zusätzlicher einsatzbereiter Streitkräfte in Osteuropa. Derzeit seien „hunderttausende Soldaten“ der Bündnisländer in erhöhter Alarmbereitschaft, erklärte Stoltenberg.