Jeder zweite Europäer rechnet mit EU-Zusammenbruch

Viele Europäer haben eine skeptische Haltung gegenüber der Europäischen Union (EU). Laut einer Studie rechnet die Mehrheit der befragten Personen mit einem Auseinanderbrechen der EU in den nächsten 20 Jahren. Auch die Bundeswehr bereitet sich auf einen möglichen Zusammenbruch vor.


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Tatsächlich ist die Europäische Union (EU) nicht so beliebt, wie es einige Medien gerne behaupten. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für den Thinktank „European Council on Foreign Relations“ (ECFR).

 

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Mehr als 50 Prozent der Befragten in Slowakei, Frankreich, Rumänien, Polen, Italien, Griechenland, Tschechien, Ungarn, den Niederlanden und Deutschland halten es für sehr wahrscheinlich oder ziemlich wahrscheinlich, dass die „derzeitige Europäische Union in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren auseinanderfallen wird“.

 

Nur in 3 von 14 Ländern (Schweden, Dänemark und Spanien) waren die Befragten mehrheitlich nicht der Ansicht, dass die Europäische Union (EU) auseinanderbrechen wird. Dem entsprechend niedrig ist das Vertrauen der Europäer in die EU.

 

Auch Experten der Bundeswehr halten einen EU-Zusammenbruch in den nächsten 10-20 Jahren für möglich. In einem Dokument mit dem Namen „Strategische Vorausschau 2040“ werden sechs mögliche Szenarien dargestellt.

 

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Ein Szenario trägt den Titel „Die EU im Zerfall und Deutschland im reaktiven Modus“. Das Szenario geht davon aus, dass sich die internationale Ordnung nach Dekaden der Instabilität auflösen könnte.

 

Ein EU-Zusammenbruch könnte zu einer chaotischen und konfliktträchtigen Welt führen, welche das „sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands und Europas dramatisch verändert“, heißt es in dem Dokument. Doch wie realistisch ist die Einschätzung der Bundeswehr? Wäre es wirklich so „dramatisch„, wenn die Europäische Union (EU) zusammenbrechen würde, oder handelt es sich hierbei nur um Panikmache von EU-Lobbyisten?