„Dieser Krieg ist ein Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und Russland “

Sergej Karaganow ist ein ehemaliger Präsidentenberater von Boris Jelzin und Wladimir Putin. In einem Interview äußerte er sich zu den Hintergründen des Ukraine-Krieges und sagte, dass dies ein Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und Russland sei. Die massiven Waffenlieferungen des Westens würden Karaganow zufolge die Gefahr einer weiteren Eskalation verstärken.


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Die wahren Hintergründe des Krieges werden den Deutschen vorenthalten:

Für viele Menschen in Deutschland schien der Krieg in der Ukraine aufgrund der mangelnden Berichterstattung deutscher Massenmedien erst Ende Februar 2022 angefangen zu haben. Doch in Wirklichkeit begann der Krieg bereits im Jahr 2014 nach einem brutalen und gewaltsamen Sturz der damaligen ukrainischen Regierung durch pro-westliche Kräfte, welche maßgeblich von den USA und der EU unterstützt wurden. NEWS 23 hatte schon damals umfangreich darüber berichtet.

Fast 8 Jahre lang sah Russland zu, wie ein regelrechter Genozid gegen die russische Minderheit des Landes vorangetrieben wurde. Erst im Februar 2022 entschied Russland sich, militärisch einzugreifen, weil die Ukraine eine immer größere Gefahr für die russischen Sicherheitsinteressen wurde. Der Ehrenvorsitzende der Moskauer Denkfabrik Rat für Außen- und Verteidigungspolitik, Sergej Karaganow, erklärte in einem Interview einige Hintergründe des Ukraine-Konfliktes.

Die Ukraine als Rammbock westlicher Kriegstreiber:

„Seit 25 Jahren sagen Leute wie ich, dass es einen Krieg geben wird, wenn die NATO und westliche Allianzen über bestimmte rote Linien hinaus expandieren, insbesondere in die Ukraine. Ich habe mir dieses Szenario bereits 1997 vorgestellt. 2008 sagte Präsident Putin, dass es keine Ukraine geben wird, wenn die Ukraine der Allianz beitritt. Er wurde nicht angehört. Das erste Ziel ist also, die Expansion der Nato zu beenden.“ (Sergej Karaganow)

 

USA und NATO haben Russland und Ukraine in den Krieg getrieben:

Es gäbe in Russland die feste Überzeugung, dass ein Krieg mit der Ukraine unvermeidlich gewesen sei, der durchaus auf russischem Territorium selbst hätte stattfinden können, erklärte Karaganow. Deswegen habe der Kreml entschieden, dass Russland den Krieg auf dem Territorium der Ukraine führen werde, welche einst Teil des Russischen Reiches war. Aber der wirkliche Krieg sei gegen die westliche Expansion gerichtet, die immer mehr die Sicherheit Russlands bedroht.

„Ich weiß nicht, wie dieser Krieg ausgehen wird, aber ich denke, er wird auf die eine oder andere Weise die Teilung der Ukraine beinhalten. Hoffentlich blieb am Ende noch etwas namens Ukraine übrig. Aber Russland kann es sich nicht leisten zu „verlieren“, also brauchen wir einen Sieg. Und wenn es das Gefühl gibt, dass wir den Krieg verlieren, dann gibt es meiner Meinung nach durchaus die Möglichkeit einer Eskalation. Dieser Krieg ist ein Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und dem Rest.“ (Sergej Karaganow)

 

Westliche Kriegstreiberei erhöht die Gefahr einer Eskalation:

Die Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine würden laut Sergej Karaganow die Wahrscheinlichkeit eines direkten Zusammenstoßes von Russland und der NATO steigern. Man wissen nicht, was aus solch einer Eskalation resultieren würde. „Ich weiß auch aus der Geschichte der amerikanischen Atomstrategie, dass die USA Europa wahrscheinlich nicht mit Atomwaffen verteidigen werden. Aber hier besteht immer noch die Möglichkeit einer Eskalation, also ist es ein abgrundtiefes Szenario, und ich hoffe, dass eine Art Friedensabkommen zwischen uns (Russland) und den USA und zwischen uns und der Ukraine erreicht werden kann, bevor wir uns weiter in diese unglaublich gefährliche Welt begeben“, erklärte der ehemalige Präsidentenberater Sergej Karaganow.