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Berliner Zoo will automatische Gesichtserkennung einführen

Die Digitalisierung schreitet in Deutschland immer weiter voran und damit auch die Einführung digitaler Überwachungssysteme. In diesem Zusammenhang will der Zoo Berlin die biometrischen Daten der Besucher zur Gesichtserkennung nutzen.

Photo: CC BY 2.0 / Wikimedia.org / Paul Sableman

Spezielle Kameras am Löwentor-Eingang sollen Jahreskarten-Be­sit­ze­r vollautomatisch identifizieren. Das gab laut TAZ der Zoosprecher Maximilian Jäger bekannt. Wenn das Vorhaben sich tatsächlich durchsetzen sollte, sei die Nutzung dieser automatisierten Gesichtserkennung vorerst freiwillig. Doch ist die Automatisierung erst einmal etabliert, könnte sie irgendwann zur grundsätzlichen Voraussetzung für einen Zoobesuch werden, befürchten Datenschützer. „Eine Software zur Gesichtserkennung einzuführen wäre wohl das Letzte gewesen, was mir eingefallen wäre, wenn es um einen beschleunigten Einlass in den Zoo geht“, zitierte Antonia Frank den Datenschutzbeauftragten Sven Kohlmeier (SPD) in einem Artikel.

In Frankreich ist die Einführung automatischer Gesichtserkennungssystem bereits deutlich weiter fortgeschritten. Die französische Regierung führt bereits Ende 2019 eine automatisierte Gesichtserkennung für alle staatlichen Internetdienste ein. Wer einen staatlichen Online-Dienst nutzen möchte, hat die Möglichkeit, sein Gesicht mit einer Smartphone-App scannen zu lassen, um die eigene Identität zu bestätigen. Hierfür wird eine Datenbank aufgebaut, welche die biometrischen Daten von mehreren Millionen Bürgern speichern soll. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Nutzung solcher technischen Möglichkeiten zur Pflicht wird.

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