Behörden und Parteien durchsetzt von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR wurde zwar im März 1990 offiziell für „Aufgelöst“ erklärt, doch in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wimmelt es bis heute von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, welche sich in Behörden und Parteien tummeln.


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Dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) wird nicht nur die Verfolgung von Regierungsgegnern und die operative Zersetzung oppositioneller Gruppen vorgeworfen, sondern auch Mordanschläge auf im Westen lebende Regimegegner und Verbindungen zur linksextremistischen Terrorgruppe „Revolutionäre Zellen“. Die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) verschwanden nach dessen Auflösung nicht einfach. Viele von ihnen machten in der Bundesrepublik (BRD) Karriere als Polizisten, Beamte oder Politiker.

Richtlinie 1/76: Zersetzungsmaßnahmen

Eine Anfrage der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag hat ergeben, dass selbst heute noch allein in Brandenburg mehr als 300 ehemalige Stasi-Mitarbeiter bei der Polizei arbeiten. Die Dunkelziffer dürfte sogar weitaus höher sein. Laut der Antwort des Innenministeriums sind 309 dieser Bediensteten im Polizeipräsidium, 10 weitere bei der Polizei-Hochschule und 13 beim Zentraldienst beschäftigt.

Ein Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) aus dem Jahr 2009 ging davon aus, dass damals noch 17.000 ehemalige Stasi-Mitarbeiter in bundesdeutschen Behörden tätig waren. Sogar im Personenschutzteam der Bundeskanzlerin sollen ehemalige Stasi-Mitarbeiter beschäftigt gewesen sein. Auch der Bundeskanzlerin selbst wird bis heute nachgesagt, eine Mitarbeiterin des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen zu sein.

Viele Stasi-Mitarbeiter infiltrierten die politischen Parteien in Deutschland. „Unter den Abgeordneten der Volkskammer, die vom entsprechenden Prüfungsausschuß als inoffizielle Mitarbeiter der Stasi aufgespürt wurden, liegt die ehemalige Blockpartei CDU in einsamer Führung“, heißt es in einem Bericht der TAZ vom 1. Oktober 1990.

Die Agitatorin Anetta Kahane, welche heute als hauptamtliche Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung tätig ist, war von 1974 bis 1982 inoffizielle Mitarbeiterin (IM) der DDR-Staatssicherheit und denunzierte Regierungskritiker. 40 Jahre später ist sie eine hauptberufliche Denunziantin im Dienste der Bundesrepublik Deutschland (BRD).



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