Richtlinie 1/76: Zersetzungsmaßnahmen gegen die eigene Bevölkerung – News 23

Richtlinie 1/76: Zersetzungsmaßnahmen gegen die eigene Bevölkerung

Der Begriff „Zersetzung“ bezeichnete im Sprachgebrauch des Staatssicherheitsministeriums der DDR eine geheimpolizeiliche Arbeitstechnik zur Bekämpfung politischer Gegner. Im Januar 1976 trat die Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV) in Kraft. Darin wurden Zersetzungsmaßnahmen definiert, die in den 1970er und 1980er Jahren in Operativen Vorgängen gegen oppositionelle Gruppen und Einzelpersonen eingesetzt wurden.

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Die Anwednung solcher Zersetzungsmaßnahmen fand in der Regel im Rahmen von verdecketen Operationen statt. Verdeckte Operationen, auch BlackOps genannt, sind politische, nachrichtendienstliche oder militärische Aktivitäten, die heimlich bzw. verdeckt durchgeführt werden. Die Existenz solch einer Operation wird vom Urheber für gewöhnlich verheimlicht und abgestritten.

 

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) griff im Rahmen der Zersetzungsmaßnahmen auf sogenannte „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM) zurück, nutzte staatliche Einflussmöglichkeiten jeglicher Art, sowie Prinzipien der „Operativen Psychologie“. Die „Operative Psychologie“ war ein Forschungs- und Lehrfach an der Juristischen Hochschule (JHS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Die gewonnenen Erkenntnisse wurden zur gezielten Anwerbung und „Stabilisierung“ von Stasi-Mitarbeitern als auch zur systematischen „Zersetzung“ politischer Gegner genutzt.

 

Durch gezielte psychische Beeinträchtigung oder Schädigung versuchte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), den als Gegner bzw. Feind wahrgenommenen Dissidenten und Oppositionellen die Möglichkeiten für weitere sogenannte „feindliche Handlungen“ zu nehmen. Schätzungen gehen laut Wikipedia von einer insgesamt vier- bis fünfstelligen Anzahl von Personen aus, denen durch Zersetzungsmaßnahmen systematisch beruflich und gesundheitlich geschadet wurde.

 

Ursprünglich stammt der Begriff Zersetzung aus dem militärischen Sprachgebrauch und bezeichnet eine strategische Maßnahme aus der psychologischen Kriegsführung, um die Kampfmoral gegnerischer Soldaten zu schwächen. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verwendete schließlich psychologische Zersetzungsmaßnahmen gegen die eigene Bevölkerung.

 

Noch heute wimmelt es in der Bundesrepublik von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern. Zahlreiche Politiker haben eine SED-Vergangenheit. Die SED soll von Stasi-Mitarbeitern durchsetzt gewesen sein. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD), welcher im Rahmen der Corona-Krise massiv gegen friedliche Demonstranten und Regierungskritiker vorgegangangen ist, war ebenfalls jahrelang Mitglied der Sozialisitschen Einheitspartei Deutschlands (SED).

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nachgesagt, ein überzeugtes Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ) gewesen zu sein. Die FDJ war eine kommunistische Jugendorganisation der DDR und diente als Rekrutierungsplattform politischer und nachendienstlicher Akteure. Gunther Walther, Chef der FDJ-Gruppe am Akademie-Institut behauptete, Merkel sei FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen. Außerdem machen seit Jahren Gerüchte die Runde, Merkel habe ebenfalls eine Stasi-Vergangenheit.

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