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Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

Bereits im November 2018 hat die Bundesregierung die Rahmenbedingungen zur Förderung der Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) formuliert. Strategie künstliche Intelligenz, so der Name des Manifestes. Es gehe darum, die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Rahmen einer globalen Entwicklung neuer Technologien zu gewährleisten. Erklärtes Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Standort für KI zu entwickeln, wobei die verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Nutzung im Vordergrund stehe. Zu diesem Zweck sollen bis zum Jahr 2025 insgesamt 3 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden.

Durch entstehende Hebeleffekte in Wirtschaft und Gesellschaft gehe man aber mindestens von einer darauf folgenden Verdoppelung der Mittel aus, welche von der Bundesregierung zu bewilligen seien. Im Hinblick auf eine geplante KI-Bildungsoffensive änderte man gar den Artikel 104c des Grundgesetzes, um Gelder aus dem Bundeshaushalt direkt an die Länder vergeben zu können. Dies sind deutliche Indizien für die Wichtigkeit, die man der Thematik beimisst.

 

CC0 1.0 / sujins / pixabay.com

Die Auswirkungen der angestrebten Forschungs- und Entwicklungsziele umfassen letztendlich alle Aspekte des Lebens und Waltens im privaten wie öffentlichen Sektor. Insbesondere jene in den Bereichen Arbeit sowie innere und äußere Sicherheit werden hervorgehoben.

 

Es wird in dem Papier grundlegend zwischen zwei Arten von KI unterschieden. Zitat: Sehr abstrakt ordnen sich KI-Forscher zwei Richtungen zu: der „schwachen“ und der „starken“ KI. Die „starke“ KI formuliert, dass KI-Systeme die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch haben oder ihn darin sogar übertreffen können. Die „schwache“ KI ist fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik, wobei die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind. Dazu werden auch Aspekte menschlicher Intelligenz nachgebildet und formal beschrieben bzw. Systeme zur Simulation und Unterstützung menschlichen Denkens konstruiert.

 

Die Bundesregierung positioniert sich zwar im Folgenden deutlich als Verfechter einer „schwachen“ und „menschenzentrierten“ KI, aber es lässt sich erahnen wie fließend hier die Grenzen sind, wenn Schlüsselworte wie „autonome Systeme“ fallen, die zum Teil auf der Basis von „Psychologie und Kognitionswissenschaften“ arbeiten.

Man gesteht sogar offen ein, dass eine KI, der Nutzer vertrauen können de facto nicht existiert, weil Grundlage hierfür die Nachvollziehbarkeit von deren Entscheidungsfindung sei, diese aber nicht gegeben sei. Dazu wird der Begriff „black box“ herangezogen.

 

Es sollen „Experimentierräume“ erschaffen werden und in diesem Zusammenhang geht es explizit auch um „Gender-Aspekte“. Dieses Paradigma eröffnet zukünftige Szenarien, in denen autonomer KI Persönlichkeitsrechte eingeräumt werden. Dadurch würde ihr quasi der Status eines eigenen Geschlechtes zugesprochen, was im Rahmen der stattfindenden, gezielten Auflösung klassischer Geschlechterrollen nicht abwegig ist. Zu hoch gegriffen? Der Begriff „bio-intelligente Systeme“ spiegelt deutlich eine transhumanistische Agenda wieder und lässt das Postulat nach einer komplementären Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine zu einer gezielten Hybridisierung mutieren.

 

Auch vom „autonomen Fahren“ ist hier die Rede, was einer Einschränkung der Persönlichkeitsrechte gleichkommen könnte. Es wären dann nicht mehr Sie, die entscheiden wohin es geht, sondern die programmierte und gegebenenfalls gegen sie entscheidende KI ihres Fahrzeuges.
Willkommen in der Zukunft.



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