Epidemiologe: Schweden ist trotz liberaler Corona-Maßnahmen kein Risikoland – News 23
SUPPORT@N23.TV

Epidemiologe: Schweden ist trotz liberaler Corona-Maßnahmen kein Risikoland

Schweden wurde in den Massenmedien monatelang immer wieder wegen seiner liberalen Corona-Maßnahmen kritisiert. Während große Teile Europas sich im Lockdown befunden haben, hielt sich die schwedische Regierung mit Einschränkungen der Grundrechte zurück. Nun ist in einer Email der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche mehreren Medien vorliegt, die Rede von „einigen sehr positiven Trends“.

Creative Commons (CC0) / pixabay.com / hl56

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Kluge, behauptete, dass im Juni 2020 in 11 Ländern in Osteuropa und dem Kaukasus ein „sehr signifikantes Aufleben“ des Coronavirus zu verzeichnen gewesen sei. Darunter auch das skandinavische Land Schweden. Kurze Zeit später relativierte die WHO in einer Email, die an einige Medien geschickt wurde, die Einschätzung des Regionaldirektors. Der staatliche Epidemiologe Dr. Anders Tegnell hält Schweden nicht für ein Risikogebiet. In einem Interview mit dem Fernsehsender SVT soll Tegnell sich kritisch zu dieser vermeintlichen Fehleinschätzung der WHO geäußert haben, berichtete RT Deutsch.

Creative Commons (CC0) / pixabay.com /
vdugrain

In Schweden sei es lediglich zu steigenden Infektionszahlen gekommen, weil man die Anzahl der Corona-Tests erhöht und die Fall-Definition geändert habe. Nun würde man auch Fälle erfassen, die vorher aufgrund beschwerdefreier Verläufe oder milder Symptome nicht in die Statistik aufgenommen wurden. Dies führe zwangsläufig zu steigenden Fallzahlen. „Schweden hat die Gemeinschaft an der Reaktion (zum Ausbruch der Corona-Pandemie) beteiligt und konnte die Übertragung auf einem Niveau halten, das vom schwedischen Gesundheitssystem verwaltet werden kann“, zitierte RT aus einer Email der WHO, die Angaben zufolge mehreren Medien vorliegen soll.

SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen in den aller meisten Fällen völlig harmlos und unbemerkt. Bei einer Studie aus Ischgl kam heraus, dass etwa 85 Prozent der positiv getesteten Studien-Teilnehmer nicht einmal wussten, dass sie infiziert waren. Daher besteht die Vermutung, dass die Corona-Maßnahmen vieler Länder total überzogen waren und der schwedische Weg das bessere Modell gewesen ist. Zumindest für Länder mit einem guten Gesundheitssystem.

Der Hamburger Mikrobiologe und Krankenhaushygieniker Johannes Knobloch äußerte sich zum Infektionsrisiko in Deutschland. Er schätzt das derzeitige Risiko an SARS-CoV-2 zu erkranken als äußerst gering ein. „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person, auf die ich treffe, ansteckend ist, liegt statistisch im Bereich des Lottos mit vier richtigen Zahlen und Zusatzzahl“, meint der Mikrobiologe. Selbst wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko in Deutschland bestehen würde, stelle dies aufgrund des milden Krankheitsverlaufs für die meisten Menschen keine große Gefahr dar.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.