Breitscheidplatz: BKA-Mitarbeiter hielt Amri für ungefährlich – News 23

Breitscheidplatz: BKA-Mitarbeiter hielt Amri für ungefährlich

Der Untersuchungsausschuss im Bundestag zum LKW-Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, hat einen Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes als Zeugen vernommen. Dieser soll Warnhinweise vom Landeskriminalamt (LKA) in NRW verharmlost und relativiert haben.

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Die Nachrichtenagentur dpa hatte Einblick in den E-Mail-Verkehr eines BKA-Beamten, welcher 10 Monate vor dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz, Hinweise auf die Gefährlichkeit des Attentäters heruntergespielt haben soll. Der BKA-Beamter schrieb in einer E-Mail an 4 Kollegen „Es ist wirklich insgesamt eine Frechheit und hochgradig unprofessionell wie NRW hier agiert”. Grund hierfür war: Ermittler des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) hatten Amri als “Gefährder” eingestuft und drangen auf eine intensive Überwachung des tunesischen Islamisten.

 

CC BY-SA 2.0 / Christoph Scholz / flickr.com

Nach Ermittlerangaben aus NRW, hatte der Verfasser der E-Mail die Glaubwürdigkeit eines LKA-V-Mannes aus der Islamistenszene in Zweifel gezogen. Zu zahlreichen radikalen Islamisten, so wie auch zu Amri, die heute vor Gericht stehen, hatte der V-Mann zahlreiche Informationen geliefert.

 

Aus dem E-Mail-Verkehr der BKA-Beamten geht außerdem hervor, dass sie mit der Arbeitsweise des Landeskriminalamts in Berlin, wo sich Amri zuletzt hauptsächlich aufhielt, nicht einverstanden waren. Diese hätten sich in Bezug auf die Observation des tunesischen Islamisten “nicht gerade mit Ruhm bekleckert”.

 

Am 19. Dezember 2016 hatte Amri einen LKW-Fahrer erschossen und war mit dessen LKW in den Weihnachtsmarkt, Berliner Breitscheidenplatz, gebrettert und riss insgesamt 12 Menschen in den Tod. Der Ermittler aus NRW hatte im November erklärt, der BKA-Beamte habe ihm damals am Rande der Besprechung in einem Vier-Augen-Gespräch gesagt, ein Vorgesetzter und das Bundesinnenministerium wollten, dass der V-Mann “aus dem Spiel genommen” wird. Diese Darstellung hat das Innenministerium bestritten.

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