Bezahlbarer Wohnraum für ca. 650.000 Menschen fehlt

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Bezahlbarer Wohnraum für ca. 650.000 Menschen fehlt

Wie die Funke Mediengruppe unter Berufung auf die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe berichtet hat, gehen Schätzungen davon aus, dass im Jahr 2018 in Deutschland etwa 650.000 Menschen keinen eigenen Wohnraum hatten. Demnach hat die Anzahl der Wohnungslosen im Vergleich zum Vorjahr (2017) zugenommen. Davon lebten 48.000 auf der Straße und 375.000 Menschen in Asylunterkünften. Der Rest wurde in Notunterkünften untergebracht. Doch warum haben so viele Menschen keine eigene Wohnung?

In Berlin wird aktuell ein Containerdorf für enorme Kosten rückgebaut. Dieses hatte einen enormen Leerstand. Im Jahr 2018 wurde sogar noch ein Baustopp abgelehnt, trotz des enormen Leerstandes von gut 1500 Plätzen. Aber nicht nur in Berlin stehen Flüchtlingsunterkünfte leer. Das Problem besteht Deutschlandweit. Doch werden die Unterkünfte nicht für Obdachlose hergegeben? Nein, lieber reißt man sie ab und belastet abermals den Steuerzahler, anstatt die Räumlichkeiten für Obdachlose frei zu machen. Das Problem könnte also im Nu erledigt sein. Niemand sollte auf der Straße leben müssen.

 

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Aber beleuchten wir die Problematik einmal von einer anderen Seite. Der soziale Wohnungsbau ist rückläufig. Bundesweit fehlt es an 500.000 Sozialwohnungen. Viele Familien können sich keinen bezahlbaren Wohnraum mehr leisten und würden lieber in eine günstigere Wohnung ziehen. Aber ohne Wohnraum wird das nichts. In Berlin z.B. kommen statistisch gesehen auf 1 Wohnung 836 Bewerber. In Hamburg sind es teilweise über 60 Bewerber auf eine Wohnung. Bundesweit gibt es ein Minus von 42.500 Sozialwohnungen zu verzeichnen. In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sind, ist dies ein nicht länger hinnehmbarer Trend.

 

Warum verringert sich der Bestand an Sozialwohnungen so drastisch?

Die Erklärung ist einfach. Nach 30 Jahren fallen staatlich geförderte Wohnungen aus der Mietpreisbindung raus und können so am freien Wohnungsmarkt angeboten werden. Mit Blick auf die Profitgier wird dies natürlich auch gemacht. Da nun aber weniger neue Sozialwohnungen gebaut wurden als aus der Mietpreisbindung rausgefallen sind, so hat sich der Bestand an Sozialwohnungen in den letzten 15 Jahren halbiert. Es kommen aber immer mehr Menschen zu uns. Daher ist es dann nicht verwunderlich, dass sich auch die Obdachlosenzahl in den letzten Jahren erhöht hat. Nicht verwunderlich ist deshalb auch, dass ein deutlicher Anstieg ab 2015 zu verzeichnen ist. Erwartet werden bis zu 1,2 Millionen Wohnungslose in den nächsten Jahren. Ein Schelm , wer böses dabei denkt.

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