Ausländeranteil in Gefängnissen massiv angestiegen

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Ausländeranteil in Gefängnissen massiv angestiegen

Aus einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe geht hervor, dass der Anteil der deutschen Insassen in Berliner Justizvollzugsanstalten sinkt und der Anteil der Insassen mit Migrationshintergrund steigt. Besonders stark vertreten sind Migranten aus der Türkei, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika.

Zum Beispiel waren unter den 923 Strafgefangenen in der Untersuchungs- und Strafanstalt Moabit nur noch 293 deutsche Staatsbürger, berichtet die Berliner Zeitung. Das ist ein Anteil von 30,5 Prozent. Vor fünf Jahren lag der Anteil deutsche Strafgefangener noch bei 44,8 Prozent. In Hamburg beträgt der Ausländeranteil bereits 58 %. Eine Entwicklung die nichts Gutes erahnen lässt.

 

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Auffallend ist auch, dass der Ausländeranteil in deutschen Justizvollzugsanstalten erst seit 2015 so dramatisch zugenommen hat. So wird vermutet, dass diese Entwicklung auch mit der Grenzöffnung 2015 zusammenhängen kann. Zumindest ist der Gedanke nicht ganz abwegig. In Bayern wurden im Jahre 2015 schon 800 Schleuser in U-Haft genommen. Da Schleuser ja nun keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben und die Gefahr besteht, dass sich diese in ihre Heimatländer absetzen, ist die Inhaftierung unumgänglich.

 

Aufgrund der immer weiter steigenden Belastung in den Justizvollzugsanstalten, wirbt man nun um Nachwuchskräfte mit Migrationshintergrund. „Wir werben verstärkt darum, dass wir auch unter den Nachwuchs-Beamten die gesellschaftliche Vielfalt abbilden, die wir in unseren Anstalten haben“, sagt der Sprecher vom Berliner Justizsenator Dirk Behrendt.

 

Die Gefangenengenwerkschaf GG/BO beklagt sich auch über die vorhandenen Sprachbarrieren. Anweisungen würden nicht in der Muttersprache der Inhaftierten vermittelt. Laut bayrischer Justiz Aufseher würden Beamte mit Migrationshintergrund eine wertvolle Unterstützung bei der Überwindung der Sprachbarrieren sein und auch die kulturellen Besonderheiten besser einschätzen können. Ob das die Lösung des Problems ist, bleibt sehr zweifelhaft.

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