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Ist der Planet bereits überbevölkert?

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Ein Artikel von Achim Wolf:

 

Der deutscher Physiker, Raumfahrtmediziner, Schriftsteller und Fernsehmoderator Heinz Haber schrieb bereits 1973, dass ein Planet der Grösse unserer Erde mit nicht mehr als ca. 500 Millionen Menschen besiedelt sein dürfte, um ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu erhalten. Heute (Stand 2019) stehen wir mit offiziell genannten 7,7 Milliarden.

 

CC0 – hpgruesen (pixabay.com)

In Wahrheit aber inklusive der Dunkelziffer der nicht gezählten Menschen aller Wahrscheinlichkeit nach schon bei 9 Milliarden Menschen und somit beim über 18-fachen dieses Richtwertes, und ein Ende des Bevölkerungswachstums ist nicht abzusehen! Eine gewaltige Massenarbeitslosigkeit und der Zusammenbruch unseres Wohlstands werden weitere Folgen sein. Eine weltweite, verpflichtende Geburtenregelung für alle Länder der Erde ist dringend, wollen wir die drohende Klimakatastrophe noch etwas abschwächen.

 

„Ursache der Klimakatastrophe“

 

Selbst der UN-Klimarat hat in seinem fünften Weltklimabericht die Gefahr erkannt, jedoch lediglich einen höheren Anstieg des Meeresspiegels als bisher prognostiziert. Der Welt steht jedoch eine nie gekannte Klimakatastrophe bevor, die uns Menschen – auch in Europa! – urweltliche Zustände bringen wird. Gemäss einer aktuellen Kampagne bei der weltgrössten Petitionsplattform “change.org” liegen die Ursachen dafür auf der Hand, werden aber infolge Unwissenheit, Feigheit und aus Machtgelüsten ignoriert und tabuisiert.

 

 

Zitat eines Befürworters der Petition/Kampagne:

“Die Überbevölkerung der Erde ist eine gewaltige Katastrophe und zeigt das Bild eines egoistisch denkenden Menschen, der sich keinen Deut mehr um seine Umwelt schert und die Erfüllung der eigenen Wünsche zum obersten Prinzip seines Lebens erhoben hat. Die Qualität des zukünftigen Lebens aller Menschen ist untrennbar verbunden mit dem Zustand der Natur. Die ungehemmte Plünderung, Ausbeutung und damit einhergehende Zerstörung, Verwüstung und Vergiftung des Erdreichs, der Luft und des Wassers, ausgelöst durch den gewaltigen Bedarf an Nahrungsmitteln und Gütern aller Art einer immer noch explosionsartig wachsenden Bevölkerung, stellt die Menschen vor unlösbare Probleme. Überbevölkerung ist kein Unwort, sondern die genaue Bezeichnung für eine nicht mehr von der Natur verkraftbare Anzahl von Menschen, hervorgerufen durch vernunftloses und verantwortungsloses Zeugen von Kindern.

 

In jedem Land sollten nur so viele Menschen Leben, wie dieses aus eigener Kraft auch ernähren kann. Daneben müssen auch Fauna und Flora genügend Raum zur Entfaltung haben, um ihre lebenswichtigen Funktionen in einem gut funktionierenden Ökosystem erfüllen zu können. Daraus wird ersichtlich, dass sozusagen sämtliche Länder der Erde überbevölkert sind und etwas dagegen tun müssten. Die Eindämmung der Überbevölkerung bedeutet nicht, dass irgendwelche Menschen weg müssen und hat auch nichts mit Rassismus zu tun, sondern sie fordert vom Menschen, gleich welcher Hautfarbe, dass mit aller Kraft eine vernünftige Geburtenregelung angestrebt und durchgeführt werden muss, zum Wohle aller Menschen und allen Lebens auf unserem Planeten.”

Die Petition von Achim Wolf hat bereits fast 35.000 Unterzeichner. Doch die Theorie der Überbevölkerung wird von vielen Menschen kritisch gesehen. Den Vereinten Nationen (UN) wird vorgeworfen, bereits seit Jahren Maßnahmen zur Reduzierung der Weltbevölkerung durchzuführen.


Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag. Die Redaktion vertritt nicht die dargestellte Meinung des Autors.

Staatsanwaltschaft: Verdacht auf Wahlfälschung in Thüringen

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Wer glaubt, dass bei den Wahlen in Deutschland alles mit rechten Dingen vor sich geht, hat in den letzten Jahren nicht richtig aufgepasst. Immer wieder kam es zu Unstimmigkeiten bei Stimmenauszählungen und teilweise auch zur Manipulation von Briefwahlen.

 

Zum Beispiel gab es mehrere Fälle von möglicher Wahlfälschung um Ostern 2019 in Bremerhaven. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Bremen, Frank Passade, lagen acht Fälle mit einem Anfangsverdacht auf Wahlfälschung vor. In diesem Zusammenhang wurden über 200 Zeugen vernommen.

 

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Bei einer Kommunalwahl in Geiselhöringer im Jahr 2014 musste eine Nachwahl durchgeführt werden, weil ein erheblicher Verdacht auf Wahlfälschung vorlag. Mitarbeiter eines CSU-Kandidaten standen unter Verdacht die Briefwahlstimmzettel von mehr als 400 Erntehelfern ausgefüllt oder diese bei der Stimmabgabe beeinflusst zu haben.

 

Die Liste solcher “Einzelfälle” ist sehr lang. Leider ist es schwer eine Manipulation von Wahlen nachzuweisen. Das wohl aktuellste Beispiel für Verdacht auf Wahlfälschung ist ein Fall aus Thüringen. So wurden nach der Thüringer Landtagswahl Vorwürfe laut, wonach die FDP auf die Auszählung der Stimmen Einfluss genommen haben soll.

 

Der FDP-Landesgeneralsekretär Robert-Martin Montag soll FDP-nahe Wahlhelfer in einer Rundmail dazu angehalten haben, strittige Stimmen der FDP zu verbuchen. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ein Prüfverfahren eingeleitet, wegen Verdacht auf Wahlfälschung.

 

“Die Wahlfälschung war der Sargnagel der Diktatur”, heißt ein Bericht des MDR über Kommunalwahlen von 1989. Viele Bürger hatten damals das Vertrauen in den Staat nach einer massiven Wahlfälschung verloren. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Petition fordert sofortige Amtsenthebung der Bundeskanzlerin

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Die Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Eine aktuelle Meinungsumfrage kam zu dem Ergebnis, dass 62 Prozent der Befragten der Meinung waren, dass Merkel nicht erneut für das Kanzleramt kandidieren sollte.

 

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In einer Online-Petition fordern bereits tausende Unterzeichner eine sofortige Amtsenthebung der Bundeskanzlerin. Darin werden der Bundesregierung Kürzungen im Gesundheitssystem, im Bildungssystem, im Sozialsystem und im kulturellen Bereich vorgeworfen.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) handele nicht nur Deutschland gegenüber unverantwortlich, sondern auch der EU und ganz Europa, meint der Urheber der Petition. Demnach würde Sie Gesetze außer Kraft setzen, ohne die Folgen zu bedenken. Sie und Ihre Regierung seien nicht mehr “Herr der Lage“ und somit weder fähig Deutschland zu regieren, noch bei für die EU relevanten Belange, weitreichende Entscheidungen zu treffen.

 

Tatsächlich sagten bei einer aktuellen Meinungsumfrage nur 18 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie es begrüßen würden, wenn Angela Merkel erneut für das Kanzleramt kandidiert. Auch Merkels mögliche Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist in der Wählergunst deutlich gesunken. In einer anderen Umfrage wünschten sich nur 29 Prozent der Befragten  für Kramp-Karrenbauer eine „wichtige Rolle“.

„Verteidigungsministerium“ will 2500 Soldaten nach Syrien schicken

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Die Bundeswehr dient schon lange nicht mehr der Landesverteidigung. Nachdem sie bereits an über 16 Standorten im Ausland eingesetzt wurde, ist es nicht weiter überraschend, dass das Verteidigungsministerium nun Soldaten nach Syrien schicken will.

 

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Bei dem geplanten Auslandseinsatz soll ein “komplett Paket” mit Aufklärern, Spezialeinheiten, Radpanzern, schwere Bewaffnung, Panzerhaubitzen, Pionieren und Minenräumern bereitgestellt werden.

 

Auch Aufklärungs- und Kampfflugzeuge sollen sich an der Mission beteiligen. Bei diesem Auslandseinsatz wird es sich nicht um einen Sonntagsspaziergang handeln. Laut dem Tagesspiegel rechnen die Bundeswehrplaner bereits mit einer Einsatzdauer von bis zu 2 Jahren.

 

Doch was passiert, wenn es zu einem militärischen Konflikt zwischen deutschen und syrischen Streitkräften kommt? Dient solch ein Zwischenfall dann als willkommener Vorwand um den Nato-Bündnisfall auszurufen?

Was für ein Spiel treibt Annegret Kramp-Karrenbauer?

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“Die Fragen, die es dort gibt, sind zahlreich”, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) als Reaktion auf den überraschenden Vorstoß von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und fügte hinzu: “Von SMS-Diplomatie halte ich wenig. Daraus wird schnell eine SOS-Diplomatie.” “Es ist wichtig, dass wir von Europa aus politische Vorschläge machen, wie wir auf Dauer diese Region stabilisieren können – international kontrolliert, aber unter Einbeziehung der Türkei und Russlands”, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer in einem Interview. Faktisch bedeutet dies nichts anderes, als dass man dem Wunsch der Türkei nachgibt, sich dauerhaft in Syrien einzunisten. Der syrische Präsident Assad dürfte von der Idee keinesfalls begeistert sein.

 

CC-BY-SA 3.0 / Sandro Halank / wikipedia.or

“Die Koalitionsspitzen haben stundenlang im Koalitionsausschuss über die Lage in Nordsyrien diskutiert, und Frau Kramp-Karrenbauer hat keinen Mucks getan über ihren Vorschlag”, sagte Nils Schmid (SPD) verärgert in einem Interview. FDP Chef Christian Lindner äußert einen Verdacht: „Es entsteht der Eindruck, hier geht es um Profilierungsbemühungen einzelner Kabinettsmitglieder“, sagte er und unterstellte Annegret Kramp-Karrenbauer das, was viele Beobachter denken. Es ist der letzte verzweifelte Versuch von Annegret Kramp-Karrenbauer um ihre mehr als nur dürftigen Unterstützungswerte in der Bevölkerung zu retten.

 

„Dass wir hier in Deutschland darüber diskutieren, was können wir selber tun, um die Lage zu stabilisieren, das ist jetzt erstmal nicht illegitim. Und diese Diskussion sollten wir führen, aber es muss natürlich dann auch am Ende etwas Realistisches dabei herauskommen.“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD Fritz Felgentreu und fügte hinzu: „Das scheint ein Alleingang von AKK zu sein. So löst man internationale Probleme gewiss nicht. Vorsicht bei der Verwicklung in militärische Konflikte.“

 

Der verzweifelnd anmutende Vorstoß von Annegret Kramp-Karrenbauer kann sich in zwei Richtungen entwickeln. Setzt sie sich mit ihrem Vorschlag durch und es kommt zu einer internationalen Schutzzone, dann stehen ihre Chancen gut bei der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerkandidatin für die CDU/CSU antreten zu können. Scheitert sie mit ihrem Vorschlag, dann dürfte es mehr als nur unwahrscheinlich sein, dass Annegret Kramp-Karrenbauer in Zukunft eine tragende Rolle in der Bundespolitik spielen darf.

„Barcelona brennt“ – Streit um Unabhängigkeit Kataloniens eskaliert

Bildnachweis: CC BY-SA 4.0 / Davidpar / wikimedia.org (Symbolbild 2018)


„Sich dem Dialog zu verweigern ist in diesem Moment eine absolute Verantwortungslosigkeit, von der ich überzeugt bin, dass die internationale Gemeinschaft sie in keiner Weise verstehen wird“, sagte der katalanische Ministerpräsident Quim Torra, nachdem der spanische Regierungschef Pedro Sánchez erneut einen Dialog in dem immer weiter eskalierenden Konflikt rund um die von den Katalanen angestrebte Unabhängigkeit der Region abgelehnt hatte.

 

RT Deutsch: Schwere Krawalle in Barcelona

„Katalonien ist tief gespalten. Diejenigen, die sich jetzt so deutlich zu Wort melden und auf die Straße gehen, sind eher eine kleine Minderheit.“, sagte der deutsche Pfarrer in Barcelona Stephan Gras und fügte hinzu: „Man wird mehrfach in der Nacht wach, weil man den Polizeihubschrauber kreisen hört.“

 

Die Aggressivität und die Zerstörungswut der aktuellen Proteste in Katalonien erinnern in Ihrer Art und Weise stark an die Proteste der sogenannten „Gelbwesten“ in Frankreich. Die spanische Demokratie scheint überfordert zu sein den aktuellen Konflikt mit den Menschen in Katalonien zu bewältigen. Stattdessen kommt es vermehrt zum Einsatz von Tränengas. Spanien wirkt wie gelähmt. Es muss “einen wirklichen, ruhigen, diskreten und respektvollen Dialog” geben, fordert die Bürgermeistern von Barcelona Ada Colau.

 

“Lange Zeit war es undenkbar, dass Wähler von konservativen katalanischen Parteien so etwas wie zivilen Ungehorsam gutheißen”, sagte der spanische Sozialwissenschaftler Jordi Mir und fügte hinzu: „inzwischen aber ist das Common Sense.”

 

Spanien stehen stürmische Zeiten bevor. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Protestwelle in Katalonien so schnell abreißen wird. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werden schon heute Abend wieder tausende Menschen in der europäischen Metropole auf die Straße gehen.

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen?

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Durch entstehende Hebeleffekte in Wirtschaft und Gesellschaft gehe man aber mindestens von einer darauf folgenden Verdoppelung der Mittel aus, welche von der Bundesregierung zu bewilligen seien. Im Hinblick auf eine geplante KI-Bildungsoffensive änderte man gar den Artikel 104c des Grundgesetzes, um Gelder aus dem Bundeshaushalt direkt an die Länder vergeben zu können. Dies sind deutliche Indizien für die Wichtigkeit, die man der Thematik beimisst.

 

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Die Auswirkungen der angestrebten Forschungs- und Entwicklungsziele umfassen letztendlich alle Aspekte des Lebens und Waltens im privaten wie öffentlichen Sektor. Insbesondere jene in den Bereichen Arbeit sowie innere und äußere Sicherheit werden hervorgehoben.

 

Es wird in dem Papier grundlegend zwischen zwei Arten von KI unterschieden. Zitat: Sehr abstrakt ordnen sich KI-Forscher zwei Richtungen zu: der „schwachen“ und der „starken“ KI. Die „starke“ KI formuliert, dass KI-Systeme die gleichen intellektuellen Fertigkeiten wie der Mensch haben oder ihn darin sogar übertreffen können. Die „schwache“ KI ist fokussiert auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme auf Basis der Methoden aus der Mathematik und Informatik, wobei die entwickelten Systeme zur Selbstoptimierung fähig sind. Dazu werden auch Aspekte menschlicher Intelligenz nachgebildet und formal beschrieben bzw. Systeme zur Simulation und Unterstützung menschlichen Denkens konstruiert.

 

Die Bundesregierung positioniert sich zwar im Folgenden deutlich als Verfechter einer „schwachen“ und „menschenzentrierten“ KI, aber es lässt sich erahnen wie fließend hier die Grenzen sind, wenn Schlüsselworte wie „autonome Systeme“ fallen, die zum Teil auf der Basis von „Psychologie und Kognitionswissenschaften“ arbeiten.

Man gesteht sogar offen ein, dass eine KI, der Nutzer vertrauen können de facto nicht existiert, weil Grundlage hierfür die Nachvollziehbarkeit von deren Entscheidungsfindung sei, diese aber nicht gegeben sei. Dazu wird der Begriff „black box“ herangezogen.

 

Es sollen „Experimentierräume“ erschaffen werden und in diesem Zusammenhang geht es explizit auch um „Gender-Aspekte“. Dieses Paradigma eröffnet zukünftige Szenarien, in denen autonomer KI Persönlichkeitsrechte eingeräumt werden. Dadurch würde ihr quasi der Status eines eigenen Geschlechtes zugesprochen, was im Rahmen der stattfindenden, gezielten Auflösung klassischer Geschlechterrollen nicht abwegig ist. Zu hoch gegriffen? Der Begriff „bio-intelligente Systeme“ spiegelt deutlich eine transhumanistische Agenda wieder und lässt das Postulat nach einer komplementären Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine zu einer gezielten Hybridisierung mutieren.

 

Auch vom „autonomen Fahren“ ist hier die Rede, was einer Einschränkung der Persönlichkeitsrechte gleichkommen könnte. Es wären dann nicht mehr Sie, die entscheiden wohin es geht, sondern die programmierte und gegebenenfalls gegen sie entscheidende KI ihres Fahrzeuges.
Willkommen in der Zukunft.

Bündnisfall: Droht ein Nato-Krieg gegen Syrien?

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Betrachtet man die Grundlagen für Artikel 5 der NATO, dann wird schnell klar, warum die Aussage von Jean Asselborn zu hinterfragen ist.
„Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird“, heißt es im Nordatlantikvertrag in dem Artikel 5 festgelegt wurde.

 

Doch ist die Türkei Opfer oder Aggressor?

 

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„Es ist eindeutig, dass es sich hier um eine Aggression seitens der Türkei handelt.“, sagte der ehemalige Bundeswehr Generalinspekteur Harald Kujat und schloß deshalb aus, dass es zu einem sogenannten Bündnisfall kommen werde. Und auch der außenpolitischer Sprecher der SPD Nils Schmid hält es für ausgeschlossen, dass der Bündnisfall eintritt. „Wenn die Türkei völkerrechtswidrig in ein Nachbarland einmarschiert und dann in Kämpfe verwickelt wird, dann ist das kein Bündnisfall.“, sagte er in einem Interview.

 

Der russische Politiker Konstantin Kossatschow ließ unterdes verlautbaren, dass er keine große Gefahr sehe, dass türkische und syrische Truppen militärisch aufeinanderstoßen werden. Er betonte, dass die Ziele Erdogans klar seien. Wobei stark angezweifelt werden darf, dass die Umsiedlung von über zwei Millionen syrischer Flüchtlinge der einzige Grund für die Militäroffensive der Türkei sind.

 

Der Generalsekretär der Arabische Liga Ahmed Aboul Gheit äußerte sich besorgt über die Vorkommnisse in Syrien: „Es gibt echte Ängste vor einer möglichen ethnischen Säuberung der Kurden in dieser Region durch den Plan eines demografischen Wandels, um Millionen von Menschen umzusiedeln, wie es die türkische Seite angekündigt hat.“ Viele Unterstützer hat die Türkei und ihr Präsident nicht mehr.

Türkische Luftwaffe soll Journalisten bombardiert haben


Es sind grauenvolle Bilder die uns derzeit aus Nordsyrien erreichen. Laut diversen internationalen Medienberichten und auch Videos die in den sozialen Netzwerken kursieren, kamen 10 Journalisten bei einem Angriff der türkischen Luftwaffe auf den Medienkonvoi ums Leben. Demnach war der Konvoi auf dem Weg in das umkämpfte Krisengebiet. Bei den Opfern soll es sich unter anderem um Reporter aus Frankreich und Brasilien handeln.

 

„Wir werden die Stellungen der Feinde Gottes treffen, der Atheisten und der dreckigen arabischen Ungläubigen an ihrer Seite.“, sangen syrische Milizen, die mit der türkischen Armee kooperieren laut Medienberichten während sie ihre Gräueltaten begingen.

 

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Mark Esper der US Amerikanische Außenminister warnte die türkische Regierung vor “ernsthafte Konsequenzen“. Washington bereitet aktuell wirtschaftliche Sanktionen gegen die Türkei vor. “Es stärkt uns nur“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu zu den aktuellen Entwicklungen in Syrien. Eine gravierende Fehleinschätzung! Die Militäroffensive der Türkei hat international keinerlei Rückendeckung.

 

Und auch die außerhalb der Türkei lebenden Türken werden schon bald in Erklärungsnot gelangen, denn die internationale Solidarität gilt den Kurden. “Je nachdem, in welcher Länge und mit welcher Intensität die völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in Nordsyrien andauert, werden auch die Polarisierung und die Konflikte zwischen Deutsch-Türken und Deutsch-Kurden zunehmen.“, sagte der Türkeiexperte Burak Çopu.

 

“Wenn wir telefonieren, höre ich die Bomben. Ich lebe und arbeite in Deutschland, aber ich fühle mich, als wäre ich mitten im Krieg”, sagt die Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Siegen Leylan Mela-Abdullah und fügte hinzu: “Das ist eine ethnische Säuberung gegen die Kurden. Kinder und Ehepaare sterben, die nie irgendwas mit Milizen zu tun haben. Es trifft die Bevölkerung.” Den türkische Präsidenten Erdogan scheint das alles nicht zu interessieren. “Seid Ihr auf unserer Seite oder auf der Seite der Terrororganisation?“, ließ Erdogan verlautbaren.


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